Etwas verkrampft mit offenem Mund auf dem Stuhl des Zahnarztes und das helle Surren des Bohrers im Ohr kam mir dieser Satz des Apostels Paulus nicht sofort in den Sinn. „Geht es noch?“ fragte der Arzt – „Hähä“ antwortete ich und gab damit zu verstehen, dass er weitermachen könne. Es ist ein sehr guter Arzt, was ich hier ausdrücklich erwähnen möchte. Denn manchmal lesen meine Ärzte die kleinen Texte von mir. „Über Ihre Krankheit weiß ich mehr aus dem Wochenblatt als aus Ihrer Krankenakte“, sagte neulich eine Ärztin, die ebenfalls sehr gut ist.
Zurück zur Freude, über die ich ja schreiben möchte. Manchmal befinden wir uns unfreiwillig in einer misslichen Lage, die wir uns nicht gewünscht haben. Da mag ein Besuch beim Zahnarzt noch harmlos sein. In einer misslichen Lage befand sich nämlich auch der Apostel Paulus, als er an seine Gemeinde im ostmazedonischen Philippi einen Brief schickte. Denn er saß im Gefängnis, was zu damaliger Zeit kein Vergnügen war – heute auch nicht! Auf diesem Hintergrund bekommen seine Worte ein besonderes Gewicht:
„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!
Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren“ (Philipper 4,4-7).
Dieser kleine Text ist ein großartiges Zeugnis eines Menschen, dessen Herz erfüllt ist vom Dank über die unzerstörbare Freundschaft mit Jesus Christus. Seine Ankunft in unseren Herzen ist das schönste Geschenk!
Und dankbar bin auch ich den vielen guten Ärztinnen und Ärzten, die sich um mich kümmern.
Beim Zahnarzt schließe ich immer die Augen und denke an etwas Schönes.
Thomas Seibert, Diplomtheologe
Bild: pixabay
Schreibe einen Kommentar